Das Buch

Unser Buch Architekturen des Gebrauchs erzählt sechs spezifische Geschichten von öffentlichen Gebäuden der 1960er und 1970er Jahre in Ost- und Westdeutschland:

  • Rathaus Elmshorn
  • Alte Parteischule Erfurt
  • Fachhochschule Potsdam
  • Medizinische Hochschule Hannover
  • Hauptbahnhof Ludwigshafen
  • Flughafen Berlin-Schönefeld

Am Anfang stand die Ästhetik. Wir fanden die Raumsituationen in und um unsere Gebäudebeispiele einfach schön. Dann haben wir uns gefragt: Woher kommt diese Faszination für öffentliche Gebäude der 1960er und 1970er Jahre? Wir sind auf Erkundungstour gegangen, haben fotografiert, recherchiert, mit Nutzern, Architekten und unabhängigen Experten gesprochen und möchten unsere Entdeckungen durch dieses Buch mit euch teilen.

Auf eine Phase des bescheidenen Wiederaufbaus in den Fünfziger Jahren folgte eine selbstbewusste Aufbruchstimmug. Verschiedene Gestaltungsansätze der Moderne trafen in der abstrakten Konzeption neuer Architektur aufeinander. Die Bauten wurden nach technischen Funktionsabläufen konzipiert, der reibungslose Ablauf täglichen Gebrauchs war Maxime. Bestimmte moderne Ideale hatten sich etabliert, die Normierung konnte nun endlich in großem Maßstab angewandt werden. Gleichzeitig bot sich für Akteure wie Rudolf Hillebrecht oder Hermann Henselmann die Chance zur Verwirklichung ihrer Ideen. Architektengenerationen fanden in gemeinsamer Zielstellung zusammen: Das Konzept des Wohlfahrtsstaates beziehungsweise des Sozialismus baute auf wirtschaftlichen Fortschritt als Garant für eine hohe Lebensqualität für viele Menschen.

Einerseits schätzen wir die Architektur für ihren abstrakten gesellschaftlichen Anspruch, die industriellen Materialien, die individuellen Details. Gleichzeitig schätzen wir aber auch die vielfältigen Formen der Aneignung, die diese Architekturen erfahren. Was dem Fachmann mitunter kurios erscheinen mag, kann aus Sicht der Nutzer Wertschätzung ausdrücken. Ganz sicher aber erzählt uns die Aneignung von Veränderungen gesellschaftlicher Wahrnehmung, deshalb kann sie Anknüpfungspunkte für Zukunftsvisionen rund um dieses bauliche Erbe bieten.

Die Geschichten unserer Architekturbeispiele bilden Veränderungen der gesellschaftlichen Wahrnehmung dieser öffentlichen Bauten ab, zeigen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider deutscher Staaten auf und bieten spannende Anknüpfungspunkte für neue gesellschaftliche Vielfalt und gemeinsame Identität. Bewusst interdisziplinär angelegt, bringt das Buch unterschiedliche Positionen zusammen: Fotos, Zeichnungen, Interviews, Erläuterungen und fachliche Texte regen zur persönlichen Auseinandersetzung und zum Dialog an.

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